Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist dabei, die Empfehlungen für die Zufuhr von Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) zu überarbeiten. Für mindestens 28 Mikronährstoffe gibt es innerhalb der Europäischen Gemeinschaft nationale Richtlinien. Das Deutsche Institut für Mikronährstoffmedizin hat ein Schema entwickelt, um zu entscheiden, welche dieser Empfehlungen am dringendsten überarbeitet werden müssen.

Warum brauchen wir europäische Empfehlungen für die tägliche Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen?

bedarfDie meisten europäischen Länder oder Staatengemeinschaften haben ihre eigenen Empfehlungen hinsichtlich der Nährstoffe und Mengen, die die Bürger durchschnittlich am Tag zu sich nehmen sollten, um Ernährungsmängel zu vermeiden und die Gesundheit zu fördern. Die veröffentlichten Werte (bezeichnet als empfohlene Tagesmengen, empfohlene Nährstoffzufuhr, Referenzwerte für die Tageszufuhr, etc.) variieren oftmals deutlich von Land zu Land, teils um mehr als das Zweifache, obwohl der physiologische Bedarf in den verschiedenen Populationen natürlich sehr ähnlich ist. So lauten z.B. die Empfehlungen für die Vitamin-A-Zufuhr eines erwachsenen Mannes je nach Land 700, 800, 900 oder 1000 Mikrogramm pro Tag. 

Die Gründe für diese Streuung sind nicht immer klar. Mögliche Erklärungen bestehen unter anderem in den unterschiedlichen Indikatoren für den Ernährungszustand bzw. die Gesundheit, die von den jeweiligen Wissenschaftlern herangezogen werden, um zu entscheiden, welche Nährstoffmengen adäquat sind. Auch verschiedene Untersuchungsmethoden und zugrunde gelegte Referenzwerte sowie die unterschiedliche Interpretation und Gewichtung einschlägiger wissenschaftlicher Daten tragen das Ihre zu dieser Uneinheitlichkeit bei.

 

Diese innerhalb Europas variierenden Empfehlungen zur Mikronährstoff-zufuhr verunsichern aber politische Entscheidungsträger, Gesundheitsexperten und Lebensmittelindustrie gleichermaßen. Zudem stiften sie Verwirrung unter den Verbrauchern, die heutzutage aufgrund ihres multikulturellen und mobilen Lebensstils mit unterschiedlichen Angaben konfrontiert sind.2

Wie lassen sich alle in Europa bestehenden Empfehlungen zur Mikronährstoffzufuhr vereinheitlichen?

Wenn vergleichbare wissenschaftliche Methoden und Konzepte zur transparenten Datenanalyse verwendet werden, lassen sich die Unterschiede minimieren, sodass sie nur in anerkannten lokalen Umweltfaktoren wie dem Klima begründet sind. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt das Deutsche Institut für Mikronährstoffmedizin eine robuste wissenschaftliche Grundlage für die Beurteilung und Einschätzung aller verfügbaren wissenschaftlichen Daten. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz systematischer Auswertungen und Metaanalysen von Daten zur Einschätzung des Zusammenhangs zwischen aufgenommenen Mikronährstoffmengen und jeweiligem Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand.

Veraltete Werte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Die Empfehlungen der DGE für den täglichen Bedarf an Vitaminen und anderen Mikronährstoffen beinhalten eigentlich nur eine Minimalversorgung, um typische Mangelerkrankungen, wie z.B. Skorbut, Rachitis oder Pellagra mit Sicherheit zu vermeiden. Diese Empfehlungen sind jedoch weit davon entfernt, eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Für eine optimale Versorgung werden oft ein Mehrfaches, manchmal bis zum Zwanzigfachen der DGE-Empfehlungen benötigt.

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